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THEMA: Spielt auf ganz großen Entfernungen die Dunkle Energie keine Rolle?

Spielt auf ganz großen Entfernungen die Dunkle Energie keine Rolle? 10 Okt 2019 13:08 #58767

Fragerunde Cafe&Kosmos zu Beschleunigte Ausdehnung des Universums - Dunkle Energie von Jochen Weller (aktuelles Video bei UWudL)
So "beschaulich" der Vortrag von Jochen Weller war, so ging gegenteilig in der Fragerunde ein Feuerwerk ab. Das war eine derartige Menge, dass ich mich mal auf 2 Punkte konzentrieren will.
Bei Minute 24:30 geht er auf die Why-now-Frage ein, bedeutet: Warum scheint nun gerade im Punkt "Heute" der Graphen zur Entwicklung des Kosmos die Kosmologische Konstante den Antrieb zur Ausdehnung zu übernehmen? Das war so ziemlich meine erste Fragestellung hier im Forum. Haben wir sozusagen ein Problem des Betrachtungswinkels?
Ganz verwundert war ich aber über die Aussagen so bei Minute 8:40. Dort führt er aus, dass sich bei ganz großen Distanzen scheinbar die Ausdehnung umkehrt und wohl die Objekte scheinbar dann blau verschoben erscheinen, sprich die Materie sich aufeinander zubewegt!?
Das hatte ich noch nie gehört und gibt für mich einen logischen Knoten. Das wurde in der Fragerunde scheinbar nicht mehr hinterfragt. Zunächst war ich zu der Annahme geneigt, dass Objekte, die sehr weit entfernt sind, uns aufgrund der Lichtlaufzeit eben die Verhältnisse im frühen Universum zeigen, in dem die DE noch keine Rolle gespielt haben soll. Das würde aber heißen, dass nahe Objekte (soweit Gravitation nicht überwiegt und Entfernung ein Äquivalenz zum Alter der Information herstellen) uns die schnellste Rate der Expansion zeigen müssten. Die Hubble-Konstante sagt aber aus, dass die Expansion mit 70 km/s je Megaparsec Entfernung zunimmt.


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Spielt auf ganz großen Entfernungen die Dunkle Energie keine Rolle? 10 Okt 2019 18:39 #58793

D.Rajic schrieb:

Bei Minute 24:30 geht er auf die Why-now-Frage ein, bedeutet: Warum scheint nun gerade im Punkt "Heute" der Graphen zur Entwicklung des Kosmos die Kosmologische Konstante den Antrieb zur Ausdehnung zu übernehmen?

Meines Wissens ist der Stand der, dass vor ca. 7 Milliarden Jahren bereits die Dunkle Energie dominierend wurde und die Beschleunigung verursacht. Grund ist folgender: Gleich nach dem Urknall war die sog. Strahlungsära, also die Dichte der Strahlung war am dominantesten. Durch Ausdehnung verdünnt sich die Strahlung mit der vierten Potenz des Skalenfaktors (nicht nur die Photonen dünnen aus, auch die Frequenz, deshalb hoch 4).
Dann folgte die Ära der Dichtedominanz der Materie. Sie dünnt sich aber auch mit dritter Potenz des Skalenfaktors aus. Sowohl Strahlung wie Mat. wirken gravitativ (positiver Druck) und bremsten die Expansion.
Die Dichte der Dunklen Energie bleibt immer gleich und ihre Chance kam nun vor ca. 7 Milliarden Jahren. Nun ist sie die Chefin im Ring, wirkt antigravitativ (negativer Druck) und treibt die Beschleunigung immer weiter an.
Schau doch auf "Frage: Größe des Universums" vorbei. Dort habe ich das in
urknall-weltall-leben.de/urknall-weltall....html?start=60#58699
noch etwas näher beschrieben. Vor allem warum mit größer werdendem All die treibende Kraft immer größer wird und die Beschleunigung fortschreitet.

Ganz verwundert war ich aber über die Aussagen so bei Minute 8:40. Dort führt er aus, dass sich bei ganz großen Distanzen scheinbar die Ausdehnung umkehrt und wohl die Objekte scheinbar dann blau verschoben erscheinen, sprich die Materie sich aufeinander zubewegt!?

Aber da hat er doch nur abstruse Ideen aufgezählt, mit der manche die Messungen der SN1a in Zweifel gezogen haben. Klar, dass da wohl danach kaum mehr darüber diskutiert wurde, wie ich meine.

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Spielt auf ganz großen Entfernungen die Dunkle Energie keine Rolle? 10 Okt 2019 20:18 #58804

Hallo Ganymed, du schreibst:

Meine Aussage: Ganz verwundert war ich aber über die Aussagen so bei Minute 8:40. Dort führt er aus, dass sich bei ganz großen Distanzen scheinbar die Ausdehnung umkehrt und wohl die Objekte scheinbar dann blau verschoben erscheinen, sprich die Materie sich aufeinander zubewegt!?
Deine Antwort: Aber da hat er doch nur abstruse Ideen aufgezählt, mit der manche die Messungen der SN1a in Zweifel gezogen haben. Klar, dass da wohl danach kaum mehr darüber diskutiert wurde, wie ich meine.

Ich denke, da wäre es gut, wenn du den Zusammenhang noch einmal liest. Tatsächlich geht er auf eine Theorie mit Grauem Staub in den Galaxien ein und zählt Erkenntnisse auf, die sich nicht damit vereinbaren lassen. Zuletzt weist er darauf hin, dass gerade der Umstand, dass weit entfernte Regionen klarer, heller und blauverschoben erscheinen, was ja sicher mit Grauem Staub zu erklären wäre. Andreas Müller gibt in den Posts unter dem Video auch tatsächlich die Antwort, wie ich sie skizziert habe: Weit entfernt ist chronologisch früh und im frühem Universum war eben DE untergeordnet. Dagegen ist auch nichts einzuwenden, aber ich denke, meine Bedenken an die Konsistenz erscheint dann doch berechtigt. Siehe meinen Ausgangspost dazu. Es müsste dann gelten, dass je näher desto chronologisch näher zum Heute. Damit müsste die Expansion in der "Nähe" am höchsten sein, was sie ja aber eindeutig nicht ist, weil sie abhängig von der Distanz zu uns ist. Es gilt doch, dass bei jedem Megaparsec die Expansion um weitere 70 km/s zunimmt.
Ganymed schreibt:

Meines Wissens ist der Stand der, dass vor ca. 7 Milliarden Jahren bereits die Dunkle Energie dominierend wurde und die Beschleunigung verursacht. Grund ist folgender: Gleich nach dem Urknall war die sog. Strahlungsära, also die Dichte der Strahlung war am dominantesten. Durch Ausdehnung verdünnt sich die Strahlung mit der vierten Potenz des Skalenfaktors (nicht nur die Photonen dünnen aus, auch die Frequenz, deshalb hoch 4).
Dann folgte die Ära der Dichtedominanz der Materie. Sie dünnt sich aber auch mit dritter Potenz des Skalenfaktors aus. Sowohl Strahlung wie Mat. wirken gravitativ (positiver Druck) und bremsten die Expansion.
Die Dichte der Dunklen Energie bleibt immer gleich und ihre Chance kam nun vor ca. 7 Milliarden Jahren. Nun ist sie die Chefin im Ring, wirkt antigravitativ (negativer Druck) und treibt die Beschleunigung immer weiter an.

Ja, so ist das auch in meiner Kenntnis in der "Mainstream"-Beschreibung und war mir schon bekannt. Jedoch hat Weller einen etwas anders gearteten Grafen auf das Flipchart gezeichnet. Dort zeigt er die abnehmende Materiedichte und die kosm. Konstante als gleichmäßige Funktion (konstant). Die, führt er aus, schneiden sich quasi erst vor kurzem und KK hat das Regime übernommen. Leben wir jetzt (why now) in einer irgendwie ausgezeichneten Zeit?


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Spielt auf ganz großen Entfernungen die Dunkle Energie keine Rolle? 10 Okt 2019 21:11 #58810

@D.Rajic
Kleine Anmerkung:
Würde das Universum erst seit "heute" beschleunigt expandieren könnten wir das garnicht so ohne weiteres heute schon messen. Du weist das der Blick durchs Teleskop ein Blick in die Vergangenheit ist und die echten Bewegungen im lokalen Universum die Expansion quasi verschmieren.

Beziehst du dich etwa auf die verschiedenen Werte der Hubblekonstanten?
Hab mir das gerade nochmal angesehen. Ich denke als Jochen Weller von lokalen Messungen sprach meinte er das Modelle der Entfernungsbestimmung durch lokale Beobachtungen von Cepheiden präzisiert wurden und diese dann auf entferntere Beobachtungen angewendet wurden. So in etwa hab ich jedenfalls ein Paper verstanden das ich neulich zum Thema Hubblekonstante gelesen hatte. Link hab ich leider nicht parat.

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Spielt auf ganz großen Entfernungen die Dunkle Energie keine Rolle? 10 Okt 2019 21:29 #58812

D.Rajic,
so in etwa wie Merilix sehe ich das auch. Ich antworte jetzt darauf nicht weiter, weil ich ehrlich gesagt nicht recht weiß, wie du das alles meinst. Ich finde da keinen Faden.
Abschließend bezüglich des Thread-Themas nur: Auf großen Entfernungen spielt einzig und allein die DE eine Rolle.

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